Performance reporting and mapping

Hintergrundinformationen


Die Leistungsberichterstattung innerhalb der Regierungsabteilungen ist traditionell ein interner Prozess gewesen. Sie bestand aus einem statischen Bericht, basierend auf Indikatoren, die den derzeitigen Stand mit Ausgangswerten und Zielen verglichen. Entworfen wurde er für Bereichsleiter und Regierungsvertreter. Gleichzeitig gab es einen externen Prozess der Berichtserstattung für zentrale Regierungsagenturen und Prüfungsstellen. Der Inhalt dieser Leistungsberichte wurde häufig von den Berichtsspezifikationen der Regierungsagenturen gesteuert. Daher spiegeln der Berichtsinhalt und der Stil die Anforderungen dieser Zielgruppe wider. Selten aber wurden die Anforderungen anderer in Betracht gezogen.

Die Situation hat sich jedoch in den letzten Jahren rapide verändert. Weltweit wird immer mehr Druck auf staatliche Einheiten ausgeübt, nachzuweisen, wie effizient öffentliche Ressourcen genutzt werden. Immer mehr wurde eine Führungsmethode basierend auf Leistung und Ergebnisse eingeführt, wieder mit dem Fokus auf ergebnisorientierter Geschäftsplanung, auf Rechenschaftspflicht und Leistungsberichterstattung. Behörden erkennen nun die Vorteile dieser leistungsorientierten Methoden.

Wie haben sich diese Entwicklungen auf die Leistungsberichterstattung ausgewirkt? Die interne Berichterstattung ist fortgeschrittener. Es werden hierarchische Wertungslisten benutzt werden, die jeder Interessensgruppe eine objektive Sicht der Leistungen bietet. Schwache Leistungen, bzw. nicht erfüllte Ziele und Besonderheiten werden visuell durch Ampelfarben dargestellt. Im externen Umfeld werden staatliche Behörden dazu ermutigt, ihre Leistungsberichte der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dieser Prozess trifft aber auf einige Herausforderungen – wie präsentiert man Informationen auf verständliche und relevante Weise, die involvieren und zugleich in einem Umfeld von Nutzen sind, in dem Erwartungen immer anspruchsvoller werden?

Die britische Regierung hat sich dazu verpflichtet, den öffentlichen Dienst zu reformieren. Ein Hauptelement dieser Strategie ist es, einen neuen Leistungsrahmen zu setzen. Die Leistungsberichterstattung spielt dabei eine zentrale Rolle, nicht nur im Hinblick auf verfügbare gemachte, hochwertige Informationen, was zu einer verbesserten Entscheidungsführung führt, sondern auch im Hinblick darauf, Gemeinden durch Leistungsinformationen zu stärken.

Die organisatorische Effizienz staatlicher Organisationen fängt nun an, interne Strategien und Methoden voranzutreiben, statt wie bisher nur die notwendige Berichterstattung der Regierung zu unterstützen. Zudem geht man immer mehr weg von Leistungsinputs und –outputs hin zu einer Ergebnisbewertung – dem eigentlichen und wahrgenommenen Einfluss, den eine Behörde auf ihre lokale Gemeinde hat. Dabei fokussiert man sich sehr auf den Faktor „Ort“. Dies wird manchmal auch als „place shaping“ bezeichnet.   Weitere Informationen (in Bezug auf Großbritannien) finden Sie nachstehend.

Gesundheitliche Überwachung von Mutter und Kind, England (ChiMat)

performance-reporting-software

Das nationale Gesundheitsüberwachungsamt für Mutter und Kind (ChiMat) stellt Daten und Informationen zur Verfügung um die Entscheidungsfindung für hochqualitative, kosteneffektive Dienstleistungen zu verbessern. Die Webseite stellt Online-Werkzeuge zur Verfügung, um verschiedene Elemente der Informationsverbreitung zu unterstützen. Diese Werkzeuge werden an einer zentralen Stelle zusammengebracht, um Daten, Profile und Berichte zur Gesundheit von Mutter und Kind zugänglich zu machen.


Nationaler Bericht für britische Behörden
Nationale Leistungsindikatoren (Place Survey 08)

performance-mapping-software




Der Wert des Faktors „Ort“ in Bezug auf das Leistungsmanagement

Es wird immer mehr die Wichtigkeit der Integration des Faktors „Ort“ im Bezug auf das Leistungsmanagement und die Berichterstattung erkannt.  Die Inkorporierung des Faktors „Ort“ bei der Handhabung, Analyse und Berichterstattung von Leistungen ermöglicht:

  • ein umfangreiches Bild der Leistungen zu erstellen. Sie können eine Vielzahl
    von relevanten Informationen integrieren, die alle den gleichen Referenzpunkt haben: den Ort;
  • die Nutzung einer steigenden Anzahl relevanter, geographisch gebundener Statistiken,
    um die Analyse und Berichterstattung zu verbessern; wie beispielsweise eine
    geo-demographische Klassifikation von Wohngegenden;
  • Ungleichheiten auf verschiedenen geographischen Einteilungen zu verstehen,
    besonders dann, wenn es Zielsetzungen gibt, um diese Unterschiede zu verringern;
  • schnell ausgewählte Gebiete zu bewerten und diese mit geographischen und statistischen Vergleichsvariablen zu vergleichen;
  • Brennpunkte zu identifizieren und Richtlinien und praktische Interventionen effektiv zu planen;
  • relevante Leistungsberichte zu erstellen, die für Bereichsleiter und Regierungsvertreter
    nützlich sind, indem sie geographische Einteilungen benutzen und
  • die steigenden Erwartungen seitens der Bevölkerung zu befriedigen,
    da sie persönlichere und nützlichere Berichte für die Bürger erstellen können.

Der Zusammenhang von Leistungsberichten in der britischen Regierung

Aufgrund der „place shaping“ – Agenda ist man sich mehr bewusst, dass es wichtig ist geographische Schwankungen innerhalb eines Regierungsgebiets zu verstehen. Es reicht nicht mehr aus, viele Leistungsfaktoren auf Behördenebene zu messen und darüber zu berichten. Ortsgebundene Leistungsberichte ermöglichen es, Brennpunkte und leistungsschwache Gebiete zu identifizieren und zielorientiertere Lösungen zu finden. Wenn man sich nur auf die Leistungsindikatoren einer Behörde konzentriert, kann es passieren, dass die Veränderungen innerhalb geographischer Gebiete nicht erkannt werden. Die Leistungsindikatoren für eine Behörde bleiben vielleicht fast konstant. Es könnte aber passieren, dass signifikante Veränderungen in einem Gebiet mit gleichermaßen signifikanten Gegenveränderungen in einem Gebiet ausgeglichen werden. Zielsetzungen, die von oben-nach-unten ausgerichtet sind, können Risiken mit sich bringen und können auch zu unrealistischen Erwartungen führen. Ein von unten-nach-oben Ansatz, welcher potenzielle Auswirkungen auf Richtlinien misst und welcher auf lokaler Ebene ausgeführt wird und dann auf Behörden höherer Ebene übertragen wird, kann zu einer realistischeren Zielsetzung seitens der Behörde führen.

Die Voraussetzungen für interne Leistungsberichte werden immer mehr an den Faktor „Ort“ gebunden. Die geographische Dimension ist immer mehr ein gemeinsamer Referenzpunkt, der „informelle Kleber“, durch den die Informationen gebunden und auf schlüssige Weise präsentiert werden können.

Im externen Umfeld sind die staatlichen Behörden Großbritanniens gesetzlich verpflichtet, über ihre Leistung öffentlich zu berichten. Doch bis jetzt sind diese Informationen nicht leicht einzusehen und zu verstehen. Ex-Premierminister Gordon Brown sagte, dass die Reform des öffentlichen Dienstes von einer „Informationsrevolution“ unterstützt würde (Vorwort des „Working Together - Public Services on Your Side“, UK Cabinet Office, März 2009). „..government has been too slow to make use of the enormous democratising power of information. When we give people knowledge about their public services, we give them power to shape and even transform them.” Diese Arbeit folgt dem Bericht einer unabhängigen “Power of Information Task Force”, der im Februar 2009 international anerkannt wurde. Dieser beschreibt die Wichtigkeit, Informationen zugänglich zu machen.

Der gleiche Bericht der Regierung schreibt (Seite 11):

Für Bürger bedeutet dies...

  • Ein personalisierter Service, der den Anforderungen und dem Leben der Menschen entspricht…und dies wird ferner unterstützt durch klare Informationen über lokale Serviceleistungen, so dass die Menschen sehen können, ob dieses geleistet wird;
  • Eine Informationsrevolution, die dafür entworfen wurde, damit die „Informationsmacht“ einfach zu erreichen ist, so dass die Bürger Kontrolle ausüben können und die Serviceleistungen mitgestalten können. Dies umfasst öffentlich zugängliche, aktuellste Daten über die Serviceleistungen. Dies bedeutet auch, dass es Rückmeldungen geben kann und dass Ansichten mit anderen Patienten, Eltern und Bürger vor Ort ausgetauscht werden können.

Der Bericht erkennt auch, dass die Technologie eine Plattform für diese „Revolution“ bietet und dass diese Informationen so dargestellt werden sollen, dass sie auch Laien verstehen. „Die Technologie bietet innovative Wege, um Dinge zu machen. Informationen können ausgetauscht und gute Ideen verbreitet werden. Die Menschen müssen keine Experten sein, um sie zu verstehen.“

Weitere Beispiele